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    <title>Schwein und Zeit</title>
    <description>Die zehn neuesten Beiträge auf www.schweinundzeit.de</description>
    <language>de</language>
    <link>http://www.schweinundzeit.de</link>
    <lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 21:25:22 GMT</lastBuildDate>
    <item>
      <title>Wort zu Welt (24.01.12)</title>
      <description>(24.01.12): Ein im wahrsten Sinne &lt;span class="gesperrt"&gt;unheimlich schönes&lt;/span&gt; Beispiel dafür, wie Begriffe Vorstellungen hervorrufen und auf diese Art hierseiend durch dich Daseiendes &lt;a href="index.php?a=20100118-Dasein-heit-abwesend-sein"&gt;hervorbringen&lt;/a&gt;, kam dir neulich zu Ohren. Du hast in der Englisch-Nachhilfe mit dem Kindchen Vokabeln über wilde Tiere gepaukt. Statt der Klapperschlange kam die &lt;span class="gesperrt"&gt;"rattle snail"&lt;/span&gt; unterm Stein der Weisen hervorgekrochen.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/rattlesnail.jpg" alt="Rattle snail"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;Originalphoto: &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Grapevinesnail_01.jpg"&gt;Jürgen Schoner, 2005, CC-by-SA 3.0&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20120124-Wort-zu-Welt</link>
      <pubDate>Tue, 24 Jan 2012 21:16:00 +0100</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>E-Books Scheiße, alles Scheiße (16.01.12)</title>
      <description>(16.01.12): Es ist ein Privileg der Buchverlage, sich ihre Preispolitik bei E-Books von &lt;a href="http://www.taz.de/E-Book-Absatz-in-Deutschland/Kommentare/!c84937/"&gt;nölenden&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/01/internet-prognose-2012/"&gt;Leserbriefbloggern&lt;/a&gt; vorhalten zu lassen. Nämliche ist in der Tat unverständlich, wo sich diese Verlage aus reinem Spaß an der Freude seit Jahren in die Insolvenz sparen. Das Genörgel übers Preisschild muss ja irgendwohin, wenn es denen ganz aus dem Sinn kommt, die vor dem Apple-Store campieren, um morgens zu den ersten gehören zu dürfen, die hunderte von Euros auf die Theke latzen, um die neueste Version eines Geräts zu kaufen, das sie schon vor Jahren als Erster im Freundeskreis hatten. Freilich steckt im formschönen Elektroschrott viel Arbeit und Aufwand. Da ist einmal der &lt;a href="www.google.de/#q=materialwert+ipad&amp;oq=materialwert+ipad"&gt;Materialwert&lt;/a&gt;, der - anders als beim E-Book - immerhin ein-, zweihundert Euro beträgt. Hinzu kommen die enormen Arbeitskosten, die in den menschlichen Legebatterien von &lt;a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2011-10/apple-foxconn-arbeitsbedingungen/komplettansicht"&gt;Foxconn&lt;/a&gt; anfallen und den grotesk überbezahlten freien Verlagsmitarbeitern eine Lehre sein sollten. Auch der ökologische Gedanke will eingepreist sein, schließlich ist es mit Kosten verbunden, die zum Teil bereits ein oder gar zwei Jahre alten Vorgängergeräte &lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2944202"&gt;an afrikanischen Stränden&lt;/a&gt; zu verklappen. Zu guter Letzt soll ja auch Apple ein wenig von seinen Ideen und Patenten leben, die so eifersüchtig von Anwälten &lt;a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13759817/Patentkrieg-der-Smartphone-Giganten-in-vollem-Gang.html"&gt;gehütet werden&lt;/a&gt;, wie man es sich heutzutage von Urheberrechten gar nicht mehr wünschen darf. Immerhin ist Apple - anders als die rein renditefixierten Buchverlage - trotz der 30-Prozent-Rabatte, die es von und für jedes auf seine Geräte geladene Stück Code (von der App bis zum E-Book) einbehält - ein Unternehmen, dessen &lt;a href="http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-Zahlen-des-AppleErfolgs/story/21334930"&gt;Jahresgewinn 2010&lt;/a&gt; um die 14-Mrd.-Dollar-Marke herumkrebste und damit gerade mal dem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt"&gt;Bruttoinlandsprodukt&lt;/a&gt; von Namibia oder Honduras entsprach.&lt;br /&gt;&#13;
Die wenigen, die dem E-Book zum Durchbruch verhelfen wollen, indem sie den Vertrieb peer to peer in die eigene Hand nehmen und die Preise auf 0 Euro festlegen (irgendwie muss der Gerätepreis amortisiert werden), kämpfen mit ihrem schlechtes Gewissen. Es findet kaum Erleichterung darin, sie würden zum einen nur den großen Verlagen schaden, die irgendwas nicht von der Musikindustrie gelernt haben und darum die eigentliche Schuld für Raubkopien tragen; die Kleinverlage, die den Endkundenpreis von null Euro nicht auf Dauer unterbieten können, haben sich eben am Markt nicht durchsetzen können. Von ihnen und über sie ist in der E-Book-Diskussion nichts zu lesen, weil sie ihre E-Books günstiger als ihre Taschenbücher und ohne Kopierschutz anbieten. &lt;span class="sm"&gt;(Nicht, dass einer auf die Idee kommt, zur Selbstermächtigung gegen die dummen und gierigen Konzerne gehöre mehr als etwas Markenelektronik und die sofortige und kostenlose Befriedigung der Konsumlust.)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
Über Kleinverlage lässt sich nicht meckern, nur ist das die zentrale Ausdrucksform der digitalen Öffentlichkeit: der "Rant" (wie der vorliegende). Nachdem gar nichts mehr ohne eine vorangegangene Marketing-Prüfung (Was nützt mir das? Wie lässt mich das dastehen?) überhaupt noch denkbar scheint, besteht scheinbar gerechtfertigtes Misstrauen gegen jede Art von Affirmation. Wer ein Apple-Produkt lobt, hat dafür hoffentlich wirklich auch etwas erhalten, denn genau das wird ihm unterstellt. Dabei generieren die großen Verlagsseiten und Alphablogger mit nichts so viele Klicks wie mit einem Rant gegen irgendwas. Er lockt die "Endlich-schreibt's-mal-einer"-Fraktion ebenso wie die empörten Abo-Kündiger und Qualitätsbedaurer. Wer also marketingmäßig was reißen will, sollte Tiraden über seine Kundschaft in Auftrag geben und bei der Produktgestaltung darauf achten, dass man im Netz immer etwas daran auszusetzen hat.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;Diese Text wurde nicht bezahlt, soll aber dafür sorgen, dass man sich die preiswerten und sehr guten &lt;a href="http://www.catware.net/e-books/"&gt;E-Books vom catware.net Verlag&lt;/a&gt; kauft, an denen man bestimmt trotzdem super herumnörgeln kann!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;&lt;b&gt;Nachtrag, 24.01.12:&lt;/b&gt; Text jetzt auch ohne Rechtschreibfehler lesbar.&lt;/span&gt;</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20120116-E-Books-Scheie-alles-Scheie</link>
      <pubDate>Mon, 16 Jan 2012 12:57:00 +0100</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Bla - Nachtrag (14.01.12)</title>
      <description>(14.01.12): Neben "verstromen, einpreisen und verstoffwechseln" hast du bei deiner &lt;a href="http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20120106-Das-Jahr-des-Bla"&gt;Neuwörterinventur 2011&lt;/a&gt; eines vergessen, das - wenn auch seit 20 Jahren zunehmend in Ausbreitung begriffen - in der letzten Zeit ins Politsprech Einzug gehalten hat: Die Rede ist vom "&lt;a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=verstetigen%2Cverstetigung&amp;year_start=1800&amp;year_end=2011&amp;corpus=8&amp;smoothing=3"&gt;verstetigen&lt;/a&gt;", das wirtschaftspolitisch vor allem Konjunktur und Wachstum zugedacht ist.&lt;br /&gt;&#13;
Überdies gilt es noch, dem "Shitstorm" wenigstens eine kurze Erwähnung zu widmen. Obschon der Begriff schon seit mindestens einer halben Dekade durch die "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trailer_Park_Boys"&gt;Trailer Park Boys&lt;/a&gt;" unter Mockumentary-Gourmets (inkl. des gesamten Wortfelds mit shitrope, shitmobile, usw.) sattsam bekannt ist, hat es gleichfalls erst 2011 breiten Einzug namentlich in die Digitalkultur gehalten. Bei Anatol Stefanowitschs Wahl des Anglizismus' des Jahres 2011 gehört "Shitstorm" zu den &lt;a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachwandel/2012-01-10/die-kandidaten-f-r-den-anglizismus-des-jahres-2011"&gt;Kandidaten&lt;/a&gt;. Es wird hier wie in der Sprachdynamik der Politkaste gewesen sein: Irgendwer hat das Wort in einem lustigen Tweet gebraucht, und wer die Bemerkung im twittertypischen Wettbewerb nicht an Sarkasmus übertreffen konnte, hat zumindest den "originellen" Begriff ins Vokabular übernommen, das dem Digitalen sein Pfauenrad ist.</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20120114-Bla-Nachtrag</link>
      <pubDate>Sat, 14 Jan 2012 10:29:00 +0100</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Das Jahr des Bla (06.01.12)</title>
      <description>(06.01.12): Das Jahr 2011 hatte wie seine Vorgänger sprachliche Höhen und Tiefen. Du hast dich schon in die inneren Emigration zurückgezogen angesichts des endgültigen Siegeszugs der Kanzlerinnenphrase "&lt;a href="http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20110706-Gedankenexperiment-zur-Pest"&gt;ein Stück weit&lt;/a&gt;", die inzwischen sogar im Deutschlandfunk Normvokabular ist und von der politischen Geschäftsführerin der Piraten-Partei ganz unironisch verwendet wird, wenn sie ankündigt, mit ihrem neuen Politikstil die Politik als ganze "ein Stück weit" verändern zu wollen.&lt;br /&gt;&#13;
2011 brachte auch manche neue Wörter mit sich, die sich auf Nachfrage bei Google Ngrams nur in einem Fall als der medialen Großwetterlage geschuldetes Comeback entpuppten:&lt;br /&gt;&#13;
- &lt;a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=verstoffwechseln&amp;year_start=1800&amp;year_end=2011&amp;corpus=8&amp;smoothing=3"&gt;verstoffwechseln&lt;/a&gt;, wurde besonders nach dem GAU von Fukushima populär, als es um radioaktive Isotope und ihren Weg in und durch Organismen ging.&lt;br /&gt;&#13;
- &lt;a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=verstromen%2C+Verstromung&amp;year_start=1800&amp;year_end=2008&amp;corpus=8&amp;smoothing=3"&gt;verstromen&lt;/a&gt; (z.B. "Braunkohleverstromung"), war Google zufolge in den 80ern äußerst gebräuchlich, kehrte aber nach Fukushima mit dem Atomausstieg und der Frage, was denn nun stattdessen "verstromt" werden soll, in den Diskurs zurück.&lt;br /&gt;&#13;
- &lt;a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=einpreisen&amp;year_start=1800&amp;year_end=2008&amp;corpus=8&amp;smoothing=3"&gt;einpreisen&lt;/a&gt;, der Finanz- und Schuldenkrise sei dank hat das BWL-Vokabular 2011 sogar ins Feuilleton Einzug gehalten. Neuerdings sind alle ökonomischen sowie politischen Unwägbarkeiten in Ölpreis, Euro- und Aktienkurse bereits "eingepreist". Die Märkte reagieren uneinheitlich, die Kurse machen eine Seitwärtsbewegung, usw.</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20120106-Das-Jahr-des-Bla</link>
      <pubDate>Fri, 06 Jan 2012 11:42:00 +0100</pubDate>
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    </item>
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      <title>Die Entspannten sagen, man soll ... (15.11.11)</title>
      <description>(15.11.11): Die Entspannten sagen, man soll nicht so viel über die Vergangenheit nachgrübeln. Das würde sowieso nichts an ihr ändern.&lt;br /&gt;&#13;
An der Vergangenheit kann das Nachdenken natürlich nichts ändern. Aber am Umgang mit ihr. Nur durch den Umgang mit ihr ist die Vergangenheit Vergangenheit, denn alles ist ihr ist Daseiendes, das nur durch deinen Umgang damit &lt;span class="gesperrt"&gt;ist&lt;/span&gt;. Darum kann man nicht zu viel über sie nachgrübeln. Das ändert nämlich alles an ihr.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
(Das wäre noch so ein Gedanke, den du der Figur Meyer in den Mund resp. Kopf legen könntest. Schade, dass &lt;a href="http://www.catware.net/einkaufen.php?heft=38"&gt;der Roman&lt;/a&gt; schon seit über zwei Jahren fertig ist.)</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111115-Die-Entspannten-sagen-man-soll-</link>
      <pubDate>Tue, 15 Nov 2011 20:37:00 +0100</pubDate>
      <guid>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111115-Die-Entspannten-sagen-man-soll-</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Not convinced (09.11.11)</title>
      <description>(09.11.11): Das umstrittene Atomprogramm des Iran ist ein so alter Hut, dass die Anfangsworte dieses Satzes schon fast geflügelte Worte in den Nachrichten sind. Alle paar Monate kocht das Thema hoch. Alle paar Monate heißt es seit 2005, der Iran sei nur noch wenige Monate von der Atombombe entfernt.&lt;br /&gt;&#13;
Gestern Abend sind Details des &lt;a href="http://www.taz.de/IAEO-Bericht-zum-Iran/!81571/"&gt;neuen IAEA-Prüfberichts&lt;/a&gt; durchgesickert, der die USA (deren Vorkriegsszenarien &lt;a href="index.php?a=20111015-Nichts-ist-zu-weit-hergeholt"&gt;einem Computerspiel&lt;/a&gt; zu entstammen scheinen) und Israel (dessen blanke Nerven angesichts der instabilen Lage in Syrien und Ägypten verständlich sind) in ihrem Verdacht bestätigt, der Iran arbeite heimlich an einer Kernwaffe. &lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Du bleibst trotz der neuen Indizienlage skeptisch, ob die Iraner tatsächlich an der Atombombe arbeiten. 2005 hast du deine Zweifel in &lt;a href="http://www.lichtwolf.de/einkaufen.php?nr=17"&gt;Lichtwolf Nr. 17&lt;/a&gt; ("Isfahan im Fadenkreuz", S. 26-29) dargelegt und sie u.a. an diesem Zeitungsausschnitt festgemacht:&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/kayhan.jpg" "Ausschnitt aus der Zeitung Kayhan"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
Der regierungsnahen Zeitung "Kayhan" zufolge hat der geistliche Führer und das Staatsoberhaupt des Iran, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Chamene%27i"&gt;Ayatollah Chamenei&lt;/a&gt;, kurz nach der Wiederaufnahme des Atomprogramms im August 2005 ein Rechtsgutachten (eine Fatwa) erlassen, demzufolge es unislamisch ist, Massenvernichtungswaffen herzustellen, zu lagern oder einzusetzen. Das ist nicht irgendeine Verlautbarung von irgendwem. &lt;br /&gt;&#13;
Angesichts der Überdrüssigkeit des Volkes mit ihrer klerikalen Führung nach den mit Mühe und Not unterdrückten Protesten gegen die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_Pr%C3%A4sidentschaftswahlen_2009"&gt;Präsidenten"wahl" 2009&lt;/a&gt; einerseits und der &lt;a href="http://www.zeit.de/2011/22/Iran"&gt;Macht-Rivalität&lt;/a&gt; mit den Kräften um &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mahm%C5%ABd_Ahmad%C4%AB-Ne%C5%BE%C4%81d"&gt;Ahmadi-Nezhad&lt;/a&gt; und die Revolutionsgarden andererseits wäre es nicht nur &lt;span class="gesperrt"&gt;politischer&lt;/span&gt; Selbstmord, wenn Chamenei - der auch der eigentliche Oberbefehlshaber ist, denn Ahmadi-Nezhad hat als Präsident beim Atomprogramm gar nichts zu melden - seine geistliche Autorität preisgibt, indem er seine Fatwa von 2005 konsequent hintertreibt.</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111109-Not-convinced</link>
      <pubDate>Wed, 09 Nov 2011 21:08:00 +0100</pubDate>
      <guid>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111109-Not-convinced</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Es gibt Dinge... (29.10.11)</title>
      <description>(29.10.11): Im Alter wird man ruhiger und ist schwerer zu begeistern. Mit den Jahren haben sich Enttäuschungen aufgehäuft, die einen gelehrt haben, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Tut man es doch, ärgert man sich nicht mehr über ihre Enttäuschung, sondern wundert sich, für solche Jugendsünden noch immer nicht zu alt zu sein. &lt;br /&gt;&#13;
Du hast dich &lt;a href="index.php?a=20111012-Mutmaungen-ber-Nahost"&gt;seit Wochen&lt;/a&gt; auf "Battlefield 3" (BF3) gefreut. "Vorfreude" ist jedoch - das hättest du wenigstens ahnen können - nur ein Anagramm von "Reue V Dorf". &lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Diese Woche ist das Spiel angekommen. Die Graphik ist mind-blowing. Es sieht wirklich alles sehr schön bzw. echt aus. Davon haben aber selbst diejenigen kaum etwas, die sich zum Spiel einen brandneuen PC leisten konnten, der die Großstadtfluchten mit allen Wetter-, Licht- und Raucheffekten auch darstellen kann. Der Spieler wird nämlich durch die Level gehetzt, als fürchteten die Entwickler, der ganze "eye candy" würde mehr als einem flüchtigen Blick nicht standhalten können.&lt;br /&gt;&#13;
Und BF3 ist wirklich sehr dünnbrüstig. Wie den Vorgänger hast du das Spiel binnen Stunden durchgespielt. Dabei haben die Entwickler diesmal sogar noch versucht, die Spieldauer zu verlängern, indem sie den Spieler in einigen Sequenzen zwingen, genau im richtigen Moment auf eine bestimmte Taste zu hauen. Da hämmerst du dann wie ein Depp auf die Leertaste ein, um den entscheidenden Sekundenbruchteil zu erwischen und die ganze Sequenz nicht zum hundersten Mal von Anfang an wiederholen zu müssen. Im Vorgänger "Battlefield: Bad Company 2" (BF:BC2) hat man den Spieler mit Boots- und Buggytouren beschäftigt gehalten. Die waren genauso sinnfrei, aber wenigstens hat man dabei was von der schicken Computerspiellandschaft gesehen. &lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/battlefield3.jpg" alt="Battlefield 3 Screenshot"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;Spielszene aus "Battlefield 3" (BF3): Ob iranischer Großstadtdschungel, Kavir-Wüste, Pariser Boulevard oder Times Square - die Level bzw. Karten sind sehr eindrucksvoll in die Computerkiste gebannt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Die Hintergrundhandlung des Spiels ist so flach &lt;a href="index.php?a=20111015-Nichts-ist-zu-weit-hergeholt"&gt;wie erwartet&lt;/a&gt; und ein Aufguss der Geschichte, die "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Call_of_Duty_4:_Modern_Warfare"&gt;Call of Duty 4: Modern Warfare&lt;/a&gt;" (COD4:MW), dessen Nachfolgern und fast allen im Zeitgenössischen angesiedelten Taktik-Shootern zugrunde liegt: Ein einziger fieser Terrorist bedroht die USA mit Nuklearwaffen und löst beinahe einen Weltkrieg aus. In BF3 übernimmt nach einem schweren Erdbeben (das sehr beeindruckend in Szene gesetzt ist) die PLR (People's Liberation and Resistance - ?!) die Macht im Iran, der darauf von den USA angegriffen werden muss (?!), die in einem Teheraner Banksafe (!?) auf tragbare Atomwaffen stoßen, von denen zwei fehlen, nach denen dann auch die Russen suchen, weshalb am Ende auch US-Soldaten und russische Fallschirmjäger aufeinander schießen, ehe gemeinsam Jagd auf den Terroristen gemacht wird... &lt;br /&gt;&#13;
Kurzum: Die Geschichte ist lächerlich; sie von der Konkurrenzreihe "Call of Duty" abzukupfern, umso mehr. Aber nicht nur die Geschichte ist wenig originell. Die Musik des Spiels ist zusammengeschmiert aus der Filmmusik von "Terminator" und "Tron:Legacy", von letzterem ist auch die graphische Ästhetik übernommen worden. Wie schon in BF:BC2 kommen dir die Missionen und Sequenzen bekannt vor, denn du hast sie so oder so ähnlich schon in COD gesehen. EA Games und Entwickler DICE kopieren dasselbe Spiel zweimal. Hier wie dort ballern wir mit dem Bordgeschütz eines Helikopters herum, hier auf eine Wüstenstadt, dort auf eine Eisfestung. Und immer geht es nach Aserbaidschan, um ein safe house oder die Villa eines Drogenhändlers zu stürmen! Unter Beschuss flüchtet der Spieler über ein Trümmerfeld in einen Abwasserkanal - hier klaut BF3 bei seinem Vorgänger - und im letzten Moment schafft es der Spieler auf einen abhebenden Helikopter.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/cod4_ac130.png" alt="COD4:MW Luftangriff mit einer AC-130"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;Spielszene aus "Call of Duty 4: Modern Warfare" (COD4:MW): Der Spieler steuert einen Luftangriff. Die zynischen Kommentare der Hubschrauber-Piloten aus der 2010 veröffentlichten Aufnahme &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Collateral_Murder"&gt;Collateral Murder&lt;/a&gt; von Wikileaks kanntet ihr so ähnlich schon aus dem Computerspiel von 2007, dessen Entwickler die Sprüche der Crew von ihren &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Call_of_Duty_4:_Modern_Warfare#Entwicklung"&gt;militärischen Beratern&lt;/a&gt; haben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Die Poststrukturalisten beschäftigen sich immer noch mit dem Einzug der Computerspielästhetik in die Kriegsführung, die in den Kriegen der 90er mit dem "live feed" aus "smart bombs" aufkam und den ganzen postmodernen Simulacra-Scheiß noch mehr befeuerte. Am Computer ist die Metaebene längst begehbar. In COD4:MW sitzt der Spieler an Bord eines AC-130 Spectre Gunship (eine fliegende Artilleriestellung) und klickt alles weg, was sich auf dem Infrarotmonitor regt. In BF:BC2 gibt es praktisch die gleiche Sequenz, nur steuert man hier eine Drohne. In BF3 kreist man nun in einer F-18 Superhornet über Teheran und koordiniert Luftangriffe auf den Flughafen Mehrabad. In allen drei Fällen ist es das gleiche Bild: Das Computerspiel simuliert die Computerspiel-Ästhetik, die eine tatsächliche Bombardierung verdeckt. Hijack this, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Virilio"&gt;Paul Virilio&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Jenseits dessen spielt man in allen genannten Titel im Einzelspielermodus - und nur um den geht es hier - die Standards des 80er-Jahre-Action-Kinos durch. Gewiss ist es zu viel von Spieleentwicklern verlangt, sich selbst militärische Einsatzerfahrung zu verschaffen oder wenigstens ein geeignetes Buch zu lesen, anstatt bloß die gleichen Filme zu gucken wie die Konkurrenz und sie dann nachzuprogrammieren. Schließlich hatte auch COD4:MW sich reichlich bei neulichen Kriegsfilmen bedient. Eine Mission ist vom Hubschrauber-Anflug über das Abseilen und den Häuserkampf bis hin &lt;span class="gesperrt"&gt;sogar zur Musik&lt;/span&gt; die spielbare Version der ersten halben Stunde von Ridley Scotts "Black Hawk Down". Die Entwickler von BF3 machen jedoch ihren Mangel an eigenen Einfällen mit besonderem Elan beim "kreativen Ausleihen" wett, wenn sie sogar ganze Dialogsequenzen aus der Glotze klauen. &lt;br /&gt;&#13;
So fragen sich die Soldaten um den Spieler an einer Stelle, warum sie absichtlich in einen Hinterhalt hineinfahren, und erklären es damit, dass der Hinterhalt gelegt worden sei, damit sie ihn umfahren. Das steht Wort für Wort in dem Buch "Generation Kill" von Evan Wright, der für das Rolling Stone Magazine 2003 eine Einheit des &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/1st_Reconnaissance_Battalion"&gt;1st Reconnaissance Battalion&lt;/a&gt; der Marines bei der Irak-Invasion begleitete. Den Anschiss, den die Soldaten in BF3 daraufhin von ihrem Vorgesetzten erhalten, haben sie in "Generation Kill" an anderer Stelle bekommen, aber im selben Wortlaut: "Frankly gentlemen, I'm not hearing the aggressiveness I'd like!" Die Johnny-Cash-hörenden Marines sind noch das kleinste Generation-Kill-Plagiat in BF3. (Vielleicht ist die Zugehörigkeit des Spielprotagonisten zum selben "1st Recon" als Quellenbeleg gemeint...)&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/generationkill_ray.jpg" alt="Generation Kill, Ray Person"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;&lt;a href="http://www.televisionwithoutpity.com/show/generation_kill/a_burning_dog.php?page=24"&gt;Szene&lt;/a&gt; aus "Generation Kill", der HBO-Adaption des gleichnamigen Buchs von Evan Wright: Cpl. Ray Person weiht den eingebetteten Reporter gerade in die militärische Logik ein, dass die Marines in einen Hinterhalt reinfahren werden, weil der Gegner sie mit dem Hinterhalt zum Umfahren zwingen will.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
"Battlefield" und "Call of Duty" schenken einander nichts. So hemmungslos, wie die jüngeren Titel der Battlefield-Reihe sich beim Konkurrenten und überall sonst bedienen, wirkt der natürlich auf COD abzielende Werbespruch von BF3 nur noch affig: "Above and beyond the call"&lt;br /&gt;&#13;
Peinlich wird das Ganze, wenn die Hersteller auch noch &lt;a href="http://www.ea.com/news/battlefield-3-novel-coming-this-fall"&gt;einen Roman zum Spiel&lt;/a&gt; raushauen, der Leben und Wirken der im Spiel vorkommenden Charaktere näher ausleuchten will. Nämliche Figuren sind zwar keine personifizierten Stereotype wie in der "Bad Company"-Reihe mehr, in der der Spieler mit einem Redneck, einem Nerd und einem Sarge unterwegs ist, der seine Abgebrühtheit beweist, indem er jeden Satz mit "okay" oder "alright" anfängt und nie ohne Schimpfwort zu Ende bringt. Doch von einem Ehrgeiz, der Geschichte und den Figuren eine Tiefe zu verleihen, die nicht völlig hinter derjenigen der Graphikeffekte zurückbleibt, ist bei BF3 nichts zu merken. &lt;br /&gt;&#13;
Für die billigsten Tricks aus dem Drehbuch-Workshop reicht es gerade mal. Natürlich ist es der liebende Vatersoldat, der von den Bösen ermordet wird. Der Spieler muss später seinen kommandierenden Offizier abknallen, den das Spiel als inkompetenten Karrieristen eingeführt hat. Es gilt, französische Polizisten zu erschießen, obwohl sich auch damit nicht verhindern lässt, dass in Paris eine Atombombe explodiert. Der Versuch, die Charaktere zwielichtig und die Geschichte interessant zu machen, geht in die Hose, weil alle Figuren am Ende doch nichts Besseres mit sich anzufangen wissen, als ganz alleine für die Rettung des Landes ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Im Reigen der US-kulturellen Topoi hätte nur noch gefehlt, dass dem Protagonisten, der against all odds seine Unschuld beweist und die New Yorker vorm Strahlentod bewahrt, die Ex-Frau in neu entbrannter Liebe um den Hals fällt.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;h3&gt;Ohne Internet und Hosenrunter geht heute gar nichts mehr&lt;/h3&gt;&lt;br /&gt;&#13;
Was soll's - die Battlefield-Reihe ist für den Multiplayer-Modus gedacht, für den via Internet ausgetragenen Kampf, Teenager gegen Teenager. Das von der Fachpresse über BF3 ausgeschüttete Lob resultiert daraus und nicht aus dem Singleplayer-Modus, auf den die Entwickler nicht mehr Hirnschmalz als gerade notwendig verwenden mussten. &lt;br /&gt;&#13;
Dich unterscheidet von anderen BF3-Spielern neben deinem hohen Alter auch der Mangel an "Konnektivität". Mit deiner ISDN-Verbindung hinterm Deich kannst du gerade mal E-Mails abrufen und Blogposts hochladen. Für ein Onlinespiel musst du den PC zu deinen Altvorderen in die Breitband-Zivilisation schaffen. Das aber ist mit jedem neuen Titel der Battlefield-Reihe unattraktiver geworden. Deine Halbwertszeit im Onlinespiel beträgt inzwischen ungefähr eine halbe Minute, ehe dich irgendein Teenie abknallt, ohne dass du ihn gesehen hast, geschweige denn selbst einen Schuss abfeuern konntest. Das mag durchaus realistisch sein, schließlich wird auch ein Großteil aller Kriegstoten im Schlachtengetümmel gestorben sein, ohne mitgekriegt zu haben, was gerade vor sich geht. Dem Spielspaß (und darum geht es! &lt;span class="gesperrt"&gt;Es ist ein Spiel!&lt;/span&gt;) ist der mit jedem neuen Teil der Reihe gesteigerte Realismus aber nicht förderlich. "Quake III Arena" war und ist mit seinen Portalen und Jumppads so realistisch, wie "Crank" ein Dokumentarfilm über Hormonstörungen ist - und genau deshalb machen beide Spaß.&lt;br /&gt;&#13;
Bei BF2 aus dem Jahr 2005 hattest du noch die Möglichkeit, auf den Karten für Onlinespiele offline und in Ruhe gegen computergesteuerte Bots zu spielen. Das machte und macht so viel Spaß, dass du auch nach sechs Jahren immer noch gerne eine solche Runde BF2 zockst. Die Möglichkeit, den Multiplayer-Modus auch ohne Internet zu nutzen, wurde bei BF:BC2 gestrichen und bei BF3 fehlt sie auch, obwohl der Titel als Nachfolger von BF2 gelten soll. Die Spieleentwickler &lt;a href="http://www.ausgamers.com/features/read/3123882"&gt;begründen diese Entscheidung&lt;/a&gt; damit, die Kontrolle über die Server und alle Spiele behalten zu wollen - vorgeblich um Geschummel zu unterbinden. (Wess' Geistes Kind die Aufpasser von EA und DICE sind, verrät ihre Begründung, warum der Kopierschutz es unmöglich macht, das Spiel gebraucht zu kaufen: &lt;a href="http://www.videogamer.com/xbox360/battlefield_3/news/dice_developer_confirms_battlefield_3_online_pass.html"&gt;an gebrauchten Spielen verdienen wir kein Geld&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Bleibt dir also nur, - wie schon bei BF:BC2 - die Einzelspielermissionen immer wieder durchzuspielen, bis du jede geklaute Szene und jeden geklauten Spruch auswendig kannst? &lt;br /&gt;&#13;
Anders als bei BF:BC2 ist es für BF3 notwendig, die &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,794600,00.html"&gt;Origin-Software&lt;/a&gt; zu installieren, die den Browserverlauf protokolliert und an EA Games mitsamt personenbezogener Daten zur Weiterverwendung übermittelt. Da hast du also gutes Geld ausgegeben für ein Produkt, von dem du nicht viel hast, weil der Hersteller es nicht aus der Hand geben will und dir auch noch beim Surfen zuguckt? Man könnte zum Piratenwähler werden! -&lt;br /&gt;&#13;
&lt;h3&gt;Schluss damit&lt;/h3&gt;&lt;br /&gt;&#13;
Fast alle Kritik bezieht sich auf Origin und hat dazu geführt, dass BF3 bei Amazon mit nur knapp über einem Stern bewertet ist - ein Spiel, das von der Presse &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Battlefield_3#Reception"&gt;gefeiert wird&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&#13;
Spielezeitschriften haben wesenhaft das gleiche Glaubwürdigkeitsproblem wie Autozeitschriften: Ihre Leser erwarten objektive Berichte, um sich vor einer Kaufentscheidung orientieren zu können. Aber die Autoren leben nicht von den Lesern, sondern von den Inserenten, über deren Produkte (und sonst nichts) sie berichten. &lt;br /&gt;&#13;
BF3 konnte sich bereits vor dem Erscheinungstermin der über 50 Auszeichnungen, die internationale Zeitschriften dem Spiel verliehen haben, und der &lt;a href="http://www.ea.com/news/battlefield-3-launches-with-record-breaking-force"&gt;3 Mio. Käufer&lt;/a&gt; rühmen, die das Spiel vorbestellt haben. Wie viele von ihnen haben schon einmal im Frust über Bugs, Kopierschutz und all die anderen Zumutungen ins Internet schrieben, sie würden nie wieder ein Spiel von EA Games kaufen? (Tatsächlich warst du &lt;span class="gesperrt"&gt;überrascht&lt;/span&gt;, dieses EA-Spiel ohne einen Fehler oder Absturz beim ersten Versuch installieren und starten zu können.)&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Mit der hanebüchenen, zusammengeplünderten Geschichte eines langweiligen bis nervigen Singleplayer-Modus hättest du vielleicht noch leben können. Wenn dir der Mist aber von Leuten vorgesetzt wird, deren Motive mit den Stichworten "Geld" und "Kontrolle" hinreichend bestimmt sind, dann kannst du dich im Internet darüber beklagen. Oder aber du wählst ein Feedback, das dem Hersteller nicht so am Arsch vorbeigeht. Du wirst das Spiel deinstallieren und zurückschicken. </description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111029-Es-gibt-Dinge</link>
      <pubDate>Sat, 29 Oct 2011 18:11:00 +0200</pubDate>
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    </item>
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      <title>Occupy the Internet (28.10.11)</title>
      <description>(28.10.11): Ein Text kann noch so fundiert sein - wenn er nicht mit den Methoden der PR verfasst ist, wird er keine Leser finden. Umgekehrt wird ein Text, der mit den Methoden der PR verfasst ist, viele Leser finden - egal, ob er fundiert ist oder nicht. Ein fundierter Text ist aufwändiger zu schreiben und schwerer zu lesen als ein unfundierter und gefälliger. Es gibt keinen rationalen Grund, als Autor, Herausgeber oder Verleger auf Texte zu setzen, die weder viele Leser finden noch Geld einbringen werden. &lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Diese Rationalität der Sprache - und nicht die des Mediums - ist der eigentliche Knackpunkt - auf den auch Marc Hieronimus in seiner klugen Analyse der Werbesprache und -denke im aktuellen &lt;a href="http://www.lichtwolf.de/nr35/"&gt;Sprachwolf&lt;/a&gt; abzielt. Das geht die Journalisten und Blogger gleichermaßen an, weil es Zeitungen &lt;span class="gesperrt"&gt;und&lt;/span&gt; Blogs betrifft und versaut. Aber beide Parteien beharken einander lieber weiter entlang der Mediengrenzen und pfeifen in ihren Wäldern. Dabei hat der investigative Lokalblogger so viel mit einem unbekannten Independent-Verlag und dem online publizierenden Amateur gemeinsam wie der Techblogger, der sich von Apple und Google zu Präsentationen in Urlaubsorte einladen lässt, mit dem Verlag, der Nonsens-Ratgeber mit TV-Fressen auf dem Cover in den Markt drückt, oder dem Ressortleiter, der Pressemitteilungen unredigiert übernimmt. </description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111028-Occupy-the-Internet</link>
      <pubDate>Fri, 28 Oct 2011 23:12:00 +0200</pubDate>
      <guid>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111028-Occupy-the-Internet</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Vor einem Jahr hast du ... (23.10.11)</title>
      <description>(23.10.11): &lt;a href="index.php?a=20100722-Menschen-wie-Treibgut"&gt;Vor einem Jahr&lt;/a&gt; hast du daraus, dass es dein Umgang ist, der Hierseiendes von Daseiendem unterscheidet und mehr noch: überhaupt die Bedingung der Möglichkeit von Hiersein und Dasein ist, gefolgert: Dein Tod ist der Untergang der Welt.&lt;br /&gt;&#13;
Nun hast du endlich die Stelle gefunden, in der good ol' Heidegger dir im ersten Satz widerspricht und im zweiten beipflichtet:&lt;br /&gt;&#13;
&lt;div class="emph"&gt;"Seiendes ist unabhängig von Erfahrung, Kenntnis und Erfassen, wodurch es erschlossen, entdeckt und bestimmt wird. Sein aber 'ist' nur im Verstehen des Seienden, zu dessen Sein so etwas wie Seinsverständnis gehört." (Sein &amp; Zeit, S. 183)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&#13;
Heideggers Argumente für eine von deiner Wahrnehmung ("Umgang") unabhängige Welt mögen so elaboriert sein wie die anderer, stets treffen sie auf gute &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn_im_Tank"&gt;skeptizistische Argumente&lt;/a&gt; oder eben das deine: Wenn und wo du nicht bist, ist es unerheblich, was dann und dort ist, denn du kannst keinen Umgang damit pflegen - &lt;span class="gesperrt"&gt;es betrifft dich nicht&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Wenn ein Baum umfällt, und du bist nicht da, um ihn stürzen zu hören, macht er natürlich ein Geräusch, nämlich ein daseiendes, dann und nur dann wenn du es dir vorstellst. Doch wenn du nicht nur nicht da, sondern auch nicht mehr hier bist, gibt es das Geräusch gar nicht mehr. </description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111023-Vor-einem-Jahr-hast-du-</link>
      <pubDate>Sun, 23 Oct 2011 14:43:00 +0200</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Nichts ist zu weit hergeholt... (15.10.11)</title>
      <description>(15.10.11): ...wenn es um die Begründung von Kriegen geht. Die Meldung der Woche, wonach die USA iranische Attentatspläne vereitelt haben, hat - bis auf die &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=B8uTGGxX5dw"&gt;üblichen Verdächtigen&lt;/a&gt; - niemanden so recht überzeugt.&lt;br /&gt;&#13;
Als Vorwand für einen Krieg oder zumindest Militärschlag gegen den Iran scheint die Story vom Gebrauchtwagenhändler, der mithilfe eines mexikanischen Drogenkartells den saudischen Botschafter in Washington umbringen soll, durchgeknallt genug, um z.B. einem Computerspiel &lt;a href="index.php?a=20111012-Mutmaungen-ber-Nahost"&gt;wie "Battlefield 3"&lt;/a&gt; zu entspringen. Wie dort der Krieg begründet wird, erfährst du in zwei Wochen, wenn das Spiel kommt; vielleicht aber auch nicht. &lt;br /&gt;&#13;
Denn schon der Vorgänger "Battlefield: Bad Company 2" bot einen Hintergrund, der ebenso unwahrscheinlich wie unerklärt war: In "BC2" führen die Amerikaner - wie zuletzt in den Spielen der 80er Jahre - aus irgendwelchen Gründen Krieg gegen die Russen, die am Ende gar eine Invasion via Alaska starten. Yeah right.&lt;br /&gt;&#13;
Unterstützung erhalten die Russen dabei von den Südamerikanern, bei denen auch die meisten Missionen im Spiel stattfinden, was es dem Spieler gestattet, in ganz entzückenden Gegenden herumzuballern. Ob Atacama-Wüste oder kolumbianischer Dschungel - das sieht im Spiel alles ganz herrlich aus und entschädigt für die dämliche Hintergrundstory, ohne die es aber nicht geht. &lt;br /&gt;&#13;
Im Vorvorgänger "Battlefield 2" von 2005 konnte man auf Seiten der USA, der Chinesen und einer panarabischen Koalition stehen. Konflikte zwischen China und USA im Pazifik könnten wohl eskalieren, drum wollen wir die Remakes der WKII-Schlachten gelten lassen. Aber die Spielerweiterung, die eine arabische Invasion (!) der US-Ostküste thematisiert, überdehnt es ins Beknackte. Doch nur so lässt sich in einem Computerspiel mit russischen T-90-Panzern ein Highway und eine Shopping Mall besetzen.&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
&lt;img src="gfx/americandad_reddawn.jpg" alt="American Dad: Red Dawn"&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;span class="sm"&gt;Stan Smith und Barry, ein Kumpel seines Sohns, spielen "Red Dawn"; in: MacFarlane, Seth et.al.: American Dad, With Friends Like Steve's, S1E22.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Der Gedanke an einmarschierende Armeen vermag den damit vertrauten Europäer kaum noch zu beeindrucken, doch in den USA, die seit ihrer Gründung keine einzige Invasion erlebt haben (aber dafür viele andere Staaten damit beglückten), ist damit noch gut kokettieren. Schauriger Höhepunkt dieser Selbstheroisierung war "&lt;a href="http://www.imdb.com/title/tt0087985/"&gt;Red Dawn&lt;/a&gt;", bezeichnenderweise Stan Smiths Lieblingsfilm, der 1984 den heroischen Kampf einiger High-School-Kids gegen die Invasion von Russen und Kubaner zeigte. (Once more: yeah right.)&lt;br /&gt;&#13;
Die Existenz dieses albernen Films ließe sich noch mit Reagans Evil Empire und Kaltem Krieg entschuldigen. Nicht jedoch das für nächstes Jahr angekündigte &lt;a href="http://www.imdb.com/title/tt1234719/"&gt;Remake&lt;/a&gt;, in dem Nordkorea die USA erobert. (...)&lt;br /&gt;&#13;
&lt;br /&gt;&#13;
Entsprechend scheint das gegenwärtige Säbelrasseln gegenüber Teheran ein eher popkulturell als historisch begründeter Reflex zu sein. Allerdings bestätigt &lt;a href="http://www.propublica.org/article/analysis-alleged-assassination-plot-doesnt-fit-past-iranian-behavior"&gt;Sebastian Rotella bei Propublica&lt;/a&gt; - eine durchaus respektable Quelle -, dass der Iran tatsächlich mit südamerikanischen Drogenkartellen Geschäfte macht. Auch Rotella es aber für unwahrscheinlich, dass die iranische Führung das Attentat angeordnet hat und die Kartelle sich offen mit den USA anlegen würden. &lt;br /&gt;&#13;
Leider schreibt er nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass die Revolutionsgarden zusammen mit südamerikanischen Paramilitärs, Todesschwadronen und Drogenringen in New Mexiko einmarschieren. Das nämlich, so ahnst du, ist die Hintergrundhandlung der ersten Erweiterung, die für "Battlefield 3" erhältlich sein wird.</description>
      <link>http://www.schneidegger.de/blog/index.php?a=20111015-Nichts-ist-zu-weit-hergeholt</link>
      <pubDate>Sat, 15 Oct 2011 14:42:00 +0200</pubDate>
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